Donnerstag, 28. November 2013

Daisy Hill Koala Center || 261253km || 1253km

Daisy Hill ist ein Zetrum, in dem Koalafindlinge untergebracht werden. Aktuell sieht man dort bis zu 8 Koalas, die es sich gutgehen lassen. Rund um die Gehege gibt es Informationstafeln die einige interessante Fakten parat halten.

Nachdem wir uns lange genug über die faulen, flauschigen Eukalyptusvertilger amüsiert hatten ging es auf in den Wald - um wilde Koalas zu sichten. Zunächst waren da jedoch nur Kängurus (Mutter mit Kind beim Füttern!!).

Wir suchten also beim Wandern die Baumwipfel nach den grauen possierlichen Tieren ab - und achteten nicht auf den Weg. Ein Fehler.

Ich bin nichtsahnend 10cm neben eine Yellowbelly-Blacksnake (giftige Schlangenart) getreten. Die huschte davon - genauso wie wir. Die Koalas wurden zur Nebensache und unser Blick war von jetzt an nur noch stur auf den Boden gerichtet. Trotzdem ließ sich ein kleiner Koala hoch oben in den Baumwipfeln sichten - unser erster wilder Koala :)
Leider war er für die Kamera zu weit weg.




Mt. Coot-tha || Kilometerstand: 261217 km || gereiste Strecke: 1217km

Mt. Coot-tha ist eine Art Reservat mit verschiedenen Wanderwegen. Wir liefen den Aboriginal Arts Trail, der an verschiedenen Stellen des Wanderwegs Kunstformen der Aboriginies darstellt (zB Gesteinsformationen).

Coot-tha ist Aboriginal und heißt so viel wie "Ort, an dem der Honig ist". 
Hier gab es stachellose Bienen und allerlei andere wilde Tiere.
Nach dem Aussichtspunkt über den Regenwald und die Goldcoast besuchten wir den botanischen Garten am Fuße des Berges. Die kostenlose Führung mit einer älteren Dame war ziemlich interessant und die Größe des Gartens mit seinen verschiedenen Abteilungen wurde uns bewusst.
Seerosen - der englische Name entlarft es: Waterlilly (eigentlich eine Lilienart, keine Rose)

Mal sehen ob die Bambusstangen das nächste mal noch stehen ;)

Wüstenabteilung

Frangipani in allen Farben

Ausblick auf die Goldcoast

Lizzards

Ein hoch auf die Familie

Dominik hat ein paar entfernte Verwandte in der Gegend um Brisbane. Wir gingen also am Samstagabend zu Anthony und Petra und wurden mit offenen Armen empfangen. Für ca. 1 Woche blieben wir bei den beiden und waren einfach nur unglaublich dankbar. Anschließend hatten wir Dinner mit Marita (Anthonys Mutter), Anthony und Petra (und natürlich Roxy, der Hündin).
 Danach ging es Richtung Süden, wo wir bei Joe (nächster Verwandter ;D) in Coolangatta unterkamen. Es war eine riesige Maisonettewohnung im obersten Stock und einem wunderbaren Ausblick über den Strand, der nur 20 Meter entfernt war.

Die ersten Tage verbrachten wir demnach eigentlich nur am Strand in der Sonne oder im Meer. Danach kümmerten wir uns um Bankangelegenheiten und so weiter.
Anthonys Bruder nahm uns mit zum Surfen und zeigte uns ein paar Tricks wie wir auf das Board steigen können (Leichter gesagt als getan!!). Anschließend hatten wir Muskelkater an Stellen, die uns zuvor noch unbekannt waren. Wir genossen die Zeit im Beachhouse und waren im Surfclub herzlich willkommen. Nur schweren Herzens ging es weiter Richtung Südwesten – nach Bonogin.

Dreimal dürft ihr raten: Zu den nächsten Verwandten haha ;D
Barbara, Zack und Oma (eine der liebsten und fittesten ältesten Damen der Welt ) hießen uns aber sowas von willkommen, dass wir uns wie zuhause fühlten. Das Haus war zwar etwas abgelegen, dadurch wurde es aber interessant: 
Wilde Kookaburras, Wallabys, Papageien und Pythons morgens auf der Terasse. Pferde auf der Koppel, Hühner im Stall und ein riesiger Garten mit allen möglichen Pflanzen (vor allem Obst und Gemüse) - überwältigend!!

WG-Leben: Zwischen Autos knacken, Kakerlaken und Zwangsräumungen - Teil 2

Die ersten Touren mit dem Auto waren ganz lustig. Das erste mal links fahren (gelegentlich auch mal rechts) fiel uns garnicht so schwer.
Die Geschichte mit den Kakerlaken ist schnell erzählt: Jeden Abend haben wir sie quer durch die Küche gejagt. Das mit der Zwangsräumung ist aber eine längere Story.
Eines Tages stand eine ältere Frau mit kurzen Haaren und grimmigem Blick vor der Tür.

„Wer seid ihr denn?“
„Wir wohnen hier in einer WG.“
„Und wieso weiß ich davon nichts?“ (Erstes Unwohlgefühl machte sich breit)
„Wieso sollten Sie davon was wissen?“
„Ich bin die Grundstücksverwalterin von Bernadette.“ (Oh fuck)
„Wir wohnen bei Jonathan, nicht bei Bernadette.“
„Ich kenne keinen Jonathan.“ (Verdammt)


Während die Frau sich erstmal auswies besprachen wir auf Deutsch wie wir vorgehen würden. Anna meinte, wir könnten uns nur als Freunde ausgeben, die über die Nacht bleiben. Quasi als Couchsurfer. Dumm nur dass die gute Frau Grundstücksverwalterin auch noch Deutsche war und Renate hieß (und alles verstanden hatte !!!!). Unsere Daten wurden aufgenommen und wir wurden gebeten, die Wohnung innerhalb der nächsten 3 Tage zu verlassen. Das war es dann mit unserer WG, aber zum Glück gab es die Verwandten.

Freitag, 15. November 2013

WG-Leben: Zwischen Autos knacken, Kakerlaken und Zwangsräumungen - Teil 1

Endlich angekommen, konnten wir erstmal richtig durchatmen. Und als wir das Haus sahen, staunten wir nicht schlecht…ein eigenes  Zimmer und die Wohnung  und Küche für uns vier allein. Und erst die wunderschöne Aussicht von der Terrasse…einfach traumhaft. Lediglich geputzt werden musste die Wohnung mal richtig, da unser Vermieter „Jonathan“  den ganzen Tag arbeiten musste und somit fast nie in der Wohnung und diese dementsprechend staubig war.

Nachdem wir unsere Klamotten alle ersteinmal in die Waschmaschine gesteckt und unsere Rucksäcke in die pralle Sonne gelegt hatten, um sie von den Bedbugs zu befreien, ging´s los zum Einkaufen – zum AAAAALDIIII..Was für ein Heimatgefühl J Garkein Vergleich zu unserem zweiwöchigen Instant-Nudel-Marathon, gesponsert von der Woolworths Hausmarke (Chickenstyle). Unsere Ernährung wurde umgestellt: Auf frische Kost bei großen, deutschen Gurken für 50 Cent und 4 Kilo Orangen für 3 Dollar war das auch kein Problem. Wir haben auch gleich für unseren Campingtrip eingekauft. Richtig gute Ultraleicht-Schlafsäcke und eine richtig gute Keramikpfanne für jeweils 20 Dollar (und Domi liebt die Pfanne üüüüüber alles, mehr als Leo, denn auf die Keramik kommt es an :P).

Das erste Mal seit Wochen wurde frisch gekocht, DVD-Abend gemacht (nichts geht über Big Bang Theory) und in der schönen Mittagssonne auf der Terrasse Karten gespielt. Nun konnte die Arbeit- und Autosuche mit neuem Elan weitergehen – „ jetzt erst recht“, dachten wir uns. Also wurden mal eben gefühlte  hundert Anzeigen auf gumtree.com.au  gepostet und mindestens genauso viele Leute kontaktiert. Wir machten uns ellenlangen Listen mit Auto- und Jobangeboten und klapperten diese systematisch ab. Uns wurden teilweise recht interessante Angebote gemacht – von nackter Massage bis zum topless cleaning war fast alles vertreten.

Also konzentrierten wir uns erstmal auf die  Autosuche. Neben vielen Schrottangeboten war auch das ein oder andere Schmuckstück dabei, wie  auch unser Ford Falcon: STUART! Mit gerade mal 13 Jahren, 260 000 Kilometern, 12monatiger Registrierung, neuen Reifen, Campingausrüstung, Navigationssystem und nur 3.400 Dollar schaffte es der silbergraue Vierbeiner von New South Walesischer Herkunft in unsere Herzen.

Allein seine Herkunft wurde uns zum Verhängnis. Zwar konnten wir die  zweistündige Reise nach Tweed Heads auf uns nehmen und somit Abstand von der Großstadt nehmen, um die wunderschöne Landschaft zu entdecken und den Highway zu erkunden. Aber leider brachte dies nicht nur  Vorteile mit sich. So braucht man nämlich, wenn man ein Auto in New South Wales anmelden möchte, auch dort einen Wohnsitz. Natürlich kann dieser auch nur vorrübergehend sein. Wichtig ist nur, dass man ihn auch nachweisen kann. Z.B. durch eine Bestätigung von der Bank. Jedoch haben wir die einstündige Zeitverschiebung zwischen Queensland und New South Wales nicht beachtet, so dass wir eine Stunde später als geplant ankamen und somit alle Banken schon geschlossen waren. Was also tun? Was anderes also tun als auf gut Glück zur Zulassungsstelle zu fahren und zu hoffen, dass es „irgendwie“ schon funktionieren wird.

Dann kam erst einmal die Ernüchterung. Wir müssten irgendwie nachweisen dass wir in New South Wales wohnen. Dominik fiel die Internetecke ins Auge. Wir fragten, ob es auch reicht, eine Buchungsbestätigung für ein Hostel in New South Wales zu haben. Die Frau am Schalter meinte, das geht. Dann kam der Gedankenblitz: Wir buchen einfach eine Nacht in Sydney, drucken die Bestätigung, registrieren das Auto damit und stornieren die Buchung einfach sobald wir wieder in Brisbane sind.

Es hat vielleicht eine Menge Glück dazugehört. Aber: Es hat geklappt! Das Auto war registriert und wir fuhren ersteinmal zum Großmarkt, um uns mit einem Sack Reis und diversen anderen Großpackungen einzudecken, die wir jetzt auch transportieren konnten.

Im Regen ging es dann wieder zurück nach Brisbane. Das Auto wurde ausgeladen. Wir pumpten die Luftmatratze auf (ja, wir haben die 3 Nächte zuvor auf dem nackten Boden geschlafen), und schlossen das Auto ab. Ein böser Fehler.

Am nächsten Morgen wollten wir einen kleinen Ausflug mit Stuart machen. Domi steckte den Schlüssel ins Autoschloss und drehte ihn: nichts passiert. Das ganze nochmal: Wieder nichts.

Nach vielen Versuchen wurde uns klar, dass anscheinend der Schließzylinder kaputt war.  Trotzdem probierten wir es zunächst weiter. Aber der gute Stuart blieb verschlossen. Die Sonne begann zu steigen und uns wurde ein wenig mulmig: Da waren noch Gasflaschen im Auto! Für den Campingkocher!
Wir deckten das Auto mit allem ab was wir hatten um es kühl zu halten: weiße Decken, Folien, etc. Es fand sich beim besten Willen in unserem Haus kein Draht mit dem wir das Auto hätten knacken können. Domi fing dann an die Nachbarn abzuklappern:

„Hallo. Wir sind die neuen Nachbarn. Wir wohnen da drüben in der WG und haben ein Problem. Unser Auto geht nicht auf. Hätten sie einen Draht dass wir es knacken können?“

Beim vierten Nachbarn kam ich dazu. Und siehe da: er reichte uns einen Drahtkleiderbügel. Während wir Mädels drin saßen waren die Jungs draußen damit beschäftigt, das Auto zu knacken. Mit Kleiderbügel, Messer und Küchenlappen dauerte es 20 Minuten bis man von draußen ein „JAAAAA“ hörte. Wir waren überrascht, dass keiner der Nachbarn die Polizei gerufen hatte und freuten uns umso mehr  darüber, wieder in unser Auto zu können.  Für 90 Dollar gab es dann in der Werkstatt etwas außerhalb einen neuen Schließzylinder. Ein neues Ersatzteil hätte – Achtung – 400 Dollar gekostet. So haben wir ein gebrauchtes Teil und dadurch jetzt zwei Schlüssel: einen zum Fahren, und einen zum Aufschließen (was bis jetzt auch wieder super funktioniert ;D


Dienstag, 12. November 2013

Hello Brisbane. Abenteuer Großstadtdschungel

Sooooo
erst einmal sorry dass wir so lange nichts von uns hören haben lassen aber irgendwie ist das im ganzen Chaos und Trubel der letzten Tage wohl etwas untergegangen;)

Wir sind am 16. früh in Brisbane angekommen. Nach 2 Stunden warten und gefühlten 1000 Anrufen stand dann der Manager des Hostels am Flughafen um uns abzuholen. Dort angekommen konnten wir gleich in unser Zimmer. Auf den ersten Blick war das Hostel echt cool. Jeder hat jeden nach ein paar Tagen gekannt (15 Betten im ganzen Hostel) und es war wie eine große Familie.
Leider hatten wir nur 3 Nächte gebucht und mussten dann kurzzeitig in ein anderes Hostel umziehen. Von Hawthorne nach Paddington scheint es auf der Karte nicht weit zu sein. Doch das täuscht.

Mit Backpack auf dem Rücken, Rucksack um den Bauch, Wanderschuhen und Einkaufstüten an den Seiten baumelnd machten wir uns um 12 Uhr in der prallen Mittagssonne auf zur Busstation - 1,8 km. Kein Problem? FAAAAALSCH. 20 Prozent Steigung bei 30 Grad mit 25 kg Ausrüstung - wir sahen recht fertig aus als wir an der Bushaltestelle ankamen.

Nach ein wenig Verwirrung am Anfang fanden wir dann den richtigen Bus und quetschten uns durch die viel zu enge Tür.
"Two 2-zone Travel tickets, please". Nur irgendwie wollte der Busfahrer nicht verstehen, warum der große schwitzende Backpacker mit viel zu viel Gepäck unbedingt zwei Tickets wollte. Am Ende stellte sich auch heraus warum:
Backpack+Dominik im Buseingang = Leonie aus dem Blickfeld vom Busfahrer verschwunden.

Es konnte an dem Tag garnicht anders kommen: Wir verpassten den Anschlussbus. Also hieß es 30 Minuten warten und zum nächsten Bus rennen. Der fuhr dann kurz an den Busbahnhof hin. Als wir dann standen und alles Gepäck aufgehoben hatten war er wieder weg. Trotz winken und schreien fuhr er los.

Wir - die uns schon jetzt vorkamen wie die Deppen der Nation - warteten also die nächste halbe Stunde voll bepackt, in den Startlöchern, bereit um zum nächsten Bus zu sprinten. So langsam ging uns die Großstadt schon leicht auf den Zeiger.

Nach einer 2stündigen Reise standen wir dann vor dem Aussie Way Backpackers - "sieht schon recht schnucklig aus", dachten wir uns. Wars dann auch, bis auf dass das Bett bei den kleinsten Bewegungen wackelte wie beim Erdbeben der Stufe 9 und die Küche nur von 7am bis 9pm geöffnet war. Aber ansonsten war es echt cool. Die nächsten Tage lernten wir ein nettes englisches Paar kennen und besuchten die Hauptattraktionen von Brisbane (Southbank mit dem Streets Beach, der Art Gallery und dem Museum; City Hall und und und...). 
Und nach 2 kurzen Nächten checkten wir aus dem Aussie Way wieder aus. 
Brandon, der Manager vom ersten Hostel (Riverside Backpackers), sollte uns wieder zurück in die alte Heimat bringen, wollte dann aber auf einmal am Telefon 30 Dollar dafür. 
"Dann lieber den Bus!!" dachten wir. Zum Glück bekamen Maeri und Neill das mit und boten uns an uns mit ihrem Mietauto nach Hawthorne zu bringen. 

Die nächsten Tage waren dann eher von Job- und Autosuche geprägt und alles lief seinen Gang. Doch in der dritten Nacht ging es in Zimmer 4 - der Ort des Schreckens in dem Dominik sein blaues Wunder erleben sollte. Alles auf Anfang:

Wir wechseln also so nichtsahnend in Zimmer 4 und staunen: eigener Fernseher, recht groß, das Bett sieht gemütlich aus. Wahnsinn. Einfach nur toll. Nur irgendwie fing es ihn an zu jucken als wir im Bett saßen. Am Rücken, an den Armen, überall. Komisch. Hmm. Naja wir gehehn mal schlafen - wird schon nichts ernstes sein.
Der nächste morgen brachte die ernüchternde Wahrheit: Dominik war über und über mit Stichen verziehrt. Am Rücken, den Beinen, den Armen, am Hals, einfach ÜBERALL! Der Manager beruhigte uns: "Keine Sorge, das sind nur Sandflies, die sind normal am Fluss". Er drückte uns eine Tube AloeVera in die Hand und wir gingen in die Stadt. Da wurde es nur noch schlimmer. Immer mehr Stiche tauchten auf.
Schlussendlich gingen wir in eine Apotheke (weil der Doktor nur fürs Anschauen 60$ verlangte). Antihistamine und Anästhetikumcreme für 32 Dollar. Doch die Apothekerin gab uns einen Hinweis: 
"Looks like bedbugs' bites" 
Bedbugs? BEDBUGS?? BETTWANZEN?????? Also nix wie heim und die Matratzen auf links gedreht - und tatsächlich - Larven, Eier, kleine, große, blutverschmierte BEDBUGS! Uaaah.

Nach ein wenig Rambazamba beim Manager gabs dann die 50 Dollar für das Zimmer zurück und die 32 Dollar für die Medikamente. Nichts wie raus aus dem Hostel!

Aber wohin? Zum Glück gab es da unsere lieben deutschen Freunde, die wir im Hostel kennengelernt haben: Anna und Daniel, unsere Rettung. Sie fragten in ihrer WG nach ob noch ein wenig Platz sei. Und da war Platz!!!

Also gings mit dem Bus wieder auf - diesmal nach Bardon. Die Bushaltestelle war diesmal nur 200 Meter weg. Und den Anschluss haben wir nur einmal verpasst. Trotz den Bissen am ganzen Körper war die Stimmung noch nicht gesunken ;) Konnte ja nur aufwärts gehen.

So kamen wir dann in die WG nach Bardon.