Dienstag, 28. Januar 2014

Warum Frauen und zweispurige Kreisverkehre eine schlechte Kombi sind - Port Macquarie

Port Macquarie ist gleich die nächstegrößere Stadt nach Coffs Habour – die auch genauso verschlafen und öde wirkt.  Lediglich wer ein Fan von Kunst ist (wie Leonie :D), kann dort das Glasshouse besuchen, in dem sich viele moderne Gemälde von Arthur Boyd befinden. Wer allerdings keinen blassen Schimmer von Kunst hat und auch nie haben will (like Domi :D), der hat ein Problem…der er wird trotzdem von Leonie mit in die Kunstgallerie gezogen J

Über die Schönheit der Bilder gab es – wie immer – zweigeteilte Meinungen! ;)
Allerdings gibt es in Port Macquarie auch ein Koala Centre, eine Auffangstation für kranke Koalas, die sich dort auch „pudelwohl“ fühlen :D Deshalb machten wir einen Kurztrip in dieses Centre und konnten somit auch an einer Führung durch das Koalakrankenhaus teilnehmen und mehr über Koalas erfahren. Z.B. dass ein Koala – so faul er auch aussieht – eigentlich sehr schnell, ja sogar schneller als ein Mensch sein kann…kaum zu glauben.

Auf dem Weg dorthin mussten wir jedoch zuerst ein Unglück überstehen. Eine Australierin fuhr mit ihrem Toyota Raff 4 auf der rechten Seite des zweispurigen Kreisverkehrs und kam sehr nah auf die linke Spur…zu nah, so dass sie uns den Spiegel abfuhr.

Nach längerem hin und her, wer denn nun bei diesem Unfall Schuld hatte, wurden Nummern getauscht und sich für die Kosten eines neuen Spiegels erkundigt. Die 260$ bezahlte die Frau anstandslos (Sie hatte nämlich Angst vor den 600$ Selbstbeteiligung bei ihrer Versicherung ;D)
Um uns ein bisschen vom Schreck zu erholen, legten wir uns an den schönen Lighthouse Beach und genossen die Sonne. Kaum wollten wir weiter zum Lighthouse ziehen, lief uns tatsächlich Kylie, die Unfallverursacherin über den Weg. „I didn´t expect to run into you guys…again“ . Wir auch nicht, liebe Kylie, wir auch nicht :D


Zumindest der Sonnenuntergang am Leuchturm-Berg war ein verdientes Geschenk für diesen Tag. 

„Wanna see a Big Banana?“ – Coffs Harbour und Umgebung



































Auf der Strecke Richtung Coffs Harbour liegen viele kleine Ortschaften, durch die man mal durchfahren oder einen kleinen Bummel machen kann. Die meisten lohnen sich aber nicht für einen längeren Aufenthalt als ein paar Stunden. Es ging also am Strand entlang Richtung Süden:

Der erste Stopp war Mt. Warning: ein erloschener Vulkan, den man zu Fuß erkunden kann. Es ging also einen Aufstieg hinauf, der die ersten paar Stunden recht leicht von Statten ging. Dann hatte er es aber in sich: Ein extrem steiler Aufstieg über Gesteinsbrocken und Felsen, und die einzige Sicherung beim Klettern war eine Metallkette, an der man sich festhalten konnte. Von oben war die Sicht über das umliegende Tal einfach atemberaubend.

Red Rocks und die kleineren umliegenden Ortschaften lockten mit wunderschönen Stränden und haufenweisen Pelikanen, Mangrovenwäldern und schwarzen Schwänen. In Yamba und Grafton wurden dann wieder die Vorräte aufgefüllt bevor es weiter nach Dorrigo ging.

Der Dorrigo Nationalpark ist – wie wir finden – einer der schönsten Nationalparks in New South Wales. Zuerst  gingen wir ins Information Centre und schauten einen Film über die australischen Nationalparks mit ihren animalischen Mitbewohnern an – Tiere, an die man nicht einmal im Traum denkt, so verrückt schauen sie aus – und unternahmen anschließend einen zweistündigen Walk durch den Park.  

Neben dem atemberaubenden Wasserfall, wunderschönen Lookouts bekamen wir auch noch anderes Highlight zu sehen: Eine Phython hatte gerade den Wanderweg überquert und war auf Futtersuche. Das arme scheue Ding ergriff jedoch sofort die Flucht, nachdem sie bemerkt hatte, dass sie im Rampenlicht stand und wir so viele Fotos wie möglich kassieren wollten.
Wieder am Start angekommen überfiel uns großer Hunger, so dass  wir sofort an der BBQ-Stelle unser Essen auspackten und kochten.

Während wir auf die leckeren  Maiskolben warteten, machten wir noch eine weitere Entdeckung: Eine „Black snake“ hatte sich im Gestrüpp verkrochen, um ihren Mittagsschlaf zu genießen.
Was für ein schlangenreicher Tag!

Danach ging es wieder zurück nach Coffs Habour, einer nach Fisch stinkenden, alten, vermüllten Hafenstadt. Der Aufstieg auf den Muttonbird Island hat sich allerdings gelohnt. Auch wenn es sehr windig und regnerisch war, konnte man eine schöne Aussicht genießen.

Außer dem Island und dem atemberaubenden Fischgestank hat Coffs Habour nichts mehr zu bieten. Auch die Big Banana war ein großer Reinfall: Der Freizeitpark ist überall angepriesen als ein Muss und ist eigentlich ein No-Go! Die Preise sind viel zu hoch und die Attraktionen sind Schlittschuhlaufen und Rodelbahn fahren – also totlangweilig wenn man nicht unter 12 ist.


Aber wenigstens konnten wir mal einen Blick auf die weltberühmte „Big Banana“ werfen, sonst würden wir ja ungebildet und als Langweiler sterben ;)

Breakfast at Kiffany's: Byron Bay und Nimbin














 
 


Die beiden Orte sind bekannt für den äußerst ökologischen und relaxten Lebensstil der Bewohner, welche anscheinend öfters stimmungserheiternde Kräuter rauchen. Oder wie es der Lonely Planet ausdrückt: „Ein ‚Trip‘ nach Nimbin kann ein berauschendes Erlebnis sein…“.

Byron Bay mit dem bekannten Leuchtturm hatte so einen Charme, dass wir ankamen und sofort ruhig durch die Gassen schlenderten – ganz entspannt. Jeder schien fröhlich zu sein und genoss das Leben. Zwischen zig Cafes fanden sich auch Souvenirshops und allerlei Kramschläden. Viel zu sehen gab es zwar dort nicht, jedoch war die Stimmung – da geben wir dem Lonely Planet einmal Recht – der Wahnsinn.

Nimbin ist jedoch ein kleines Stück seltsam. In den kleinen Supermärkten deckten wir uns mit ökologischen Mangos ein und schlenderten auch hier durch die Straßen. Mit dem Unterschied, dass Nimbin wirklich auf extrem-Hippies ausgelegt ist. Liebe und Friede an jeder Straßenecke!
Und noch etwas anderes gab es an jeder Straßenecke…

Beim Vorbeigehen fragte uns ein netter Mann ob wir etwas Wheed brauchen. Anna sagte erst „NO“ und ging weiter. Dann drehte sie sich um und fragte: „How much?“ Den Preis wissen wir nicht mehr nur noch dass es uns teuer vorkam und wir uns fragten wie sich jemand in dieser Stadt, die aus klapprigen Holzbuden bestand und in der die Menschen abgemagert mit Ringen unter den Augen herumliefen, sich es jemand leisten konnte, zu kiffen.

Am Abend genossen wir den Sonnenuntergang über einem Tal bei Nimbin und fuhren für die Nacht zu einer Restarea in der Nähe. Wir schossen eifrig Silhouettenbilder vor der untergehenden, orangeroten australischen Sonne und waren dabei extrem aufgeheitert, vielleicht sogar ein wenig verrückt angehaucht und jeder, der vorbeifuhr dachte sich:  „Das was die hatten will ich auch!“

Doch an dem Punkt müssen wir euch leider enttäuschen: ‚Die‘ hatten garnichts. Vielleicht hatte schon der ‚Smog‘ in der Stadt gereicht um uns aufzuheitern, aber gewollt konsumiert haben wir kein bisschen ;).

"How are you? - I'm fined." Die Tücken mit dem australischen Gesetz und der Polizei.

Nach unserem Lamington Abenteuer sollte es endlich mal wieder auf die Piste gehen - feiern war angesagt.
Mit unseren Dresdner Freunden Anna und Daniel (die übrigens den Blogtitel beigesteuert haben, danke dafür ;D) ging es in Surfersparadise während Schoolies ins Nachtleben.

Was ist Schoolies? - werdet ihr euch fragen. Nun, Schoolies ist dann, wenn die Ostküste im Ausnahmezustand ist. Alle Abiturienten machen gemeinsam Abschlussfahrt und geben sich an den Küstenorten, vorwiegend in Surfers Paradise, kollegial die Kante. Wir bahnten uns also zu viert den Weg durch Unmengen an halbstarken und halb nackigen Jungs, gemischt mit Whooo-girls in jeglichen Ausführungen.
Zunächst wollten wir an einem Bottleshop etwas zur Erheiterung des Abends kaufen - Bourbon'n'Coke im Angebot - jawoll!

Mit den Flaschen in der Hand und einer braunen Papiertüte aussenrum, wie man es aus den amerikanischen Filmen so kennt, ging es zum Strand, wo wir uns in die Tradition von Schoolies einreihten.

Uns fiel auf, dass sehr  viel Polizei an dem Abend unterwegs war. Als wir Richtung Club gingen erlebten wir einige Highlights.

Zunächst als Daniel auf dem Klo war und es gegen die Tür klopfte. Auf einmal stürzte ein pink gekleidetes, dickes Mädel zusammen mit der Tür in den Raum und setzte sich auf die dreckige Brille, während Daniel noch am Einpacken war. Sie entschuldigte sich natürlich und lallte: „I am so sorry, I need to pee!!“

Highlight Nummer zwei war dann die Straße runter. Wir sahen, dass vor einem Haus ordentlich Stimmung war. Leute tanzten auf der Straße, winkten uns zu dass wir reinkommen sollten, es war laute Musik aufgedreht und jeder schien zufrieden.
„Der Club scheint gut zu sein! Los wir schaun mal!“
Nur blöd, dass es sich bei dem „Club“ nur um einen Dönerladen handelte, in dem die Schoolies auf den Tischen und Bänken tanzten und wild fröhlich feierten.

Dann fand sich doch noch eine anscheinend gute Disko. Wir beschlossen die letzte Flasche Bourbon and Coke vor dem Eintreten zur ewigen Ruhe zu bitten.
Gesagt – getan.
Anna nahm einen Schluck und bemerkte nicht, dass hinter ihr eine Gruppe aus 4 Polizisten anmarschierte.

Diese durchsuchten unangemeldet ihre Tasche, rissen die Flasche aus der Hand, rochen daran und schütteten sie auf den Boden. Anna verstand die Welt nicht mehr. Es war doch eine Tüte um die Flasche!!?!

“You are not allowed to drink in public“
“What??”
“Its an offense. It is a crime. You can’t do this in public“

Man darf nicht in der Öffentlichkeit trinken?? Alles herausreden nutzte nichts – Anna bekam ein „fine“ (Strafgebühr) für öffentliches Trinken (so eine Schnapsdrossel aber auch!) und schuldete der Queenslander Polizei mit einem Mal 110$. Der Abend war gelaufen. Aber heute sehen wir es heiter und lachen über die stocksteifen Polizisten.

Wenn es um das Thema geht kommen wir nicht um die Frage vorbei:

„How are you, Anna?“ – „I am fined, thanks!“

Lamington Nationalpark aka "Fuck wir haben uns im Regenwald verlaufen"

Mit unserem Freund Julian, den Dominik noch aus der Schule kennt, ging es in den Lamington Nationalpark, ein bisschen Abenteuer erleben.

Schon die Fahrt dorthin war ein Erlebnis für sich: Einspurige Serpentinen mit Gegenverkehr, keine Sicherheitsplanke an den zig Meter hohen Abhängen und Autos, die zwischen Bäumen in den Klippen hingen, weil sich der Fahrer wohl etwas in der Kurvengeschwindigkeit verschätzt hat (na hoffentlich fahren wir besser!).

Nach einer schweißtreibenden Fahrt hinauf um 7 Uhr morgens beschlossen wir, den Border Track zu laufen. Er verbindet zwei Nationalparks auf einem 48km langen Weg über einen Gebirgskamm. Noch dazu verläuft der Track genau auf der Grenze zwischen New South Wales und Queensland - es hörte sich also extrem spannend an!

Wir gingen also fröhlich und aufgeregt los auf die erste große Wandertour - mit Essensvorräten und viel Getränken in zwei riesigen Rucksäcken. Anscheinend hatte den Track schon lange niemand mehr benutzt denn alle 10 Meter hatte Dominik eine Spinnenwebe im Gesicht (oder vielleicht hatte ihn schon lange niemand mehr benutzt der so groß war?)

Nach 8 Kilometern und nur grob 2 Stunden Laufzeit erreichten wir den ersten Aussichtspunkt und schauten hinab in das Tal, das sich vor uns majestätisch über eine enorme Weite erstreckte. Die Wolken schienen näher zu sein als der Fluss, der sich durch das Lamington Valley schlängelte. Zeit für eine Pause - und für einen Blick auf die Karte, wo wir denn überhaupt sind.

Noch wussten wir die Position auf der Karte - noch.

Aber es ging natürlich weiter auf unserem spannenden Track, der nun mitten durch den Dschungel führte. Die Sträucher wuchsen in den Weg und wir dachten uns "Hätten wir doch eine Machete mitgenommen". 
Während die Blutegel an unseren Beinen hinaufkletterten bahnten wir uns den Weg durch den australischen Busch, der da noch 40km vor uns lag. 

Nach knapp 15 Kilometern wurde uns jedoch klar, dass wir die Tour vor Anbruch der Dunkelheit niemals fertigschaffen, da der Weg immer schwieriger wurde. Wir beschlossen also, umzudrehen.

Noch war alles gut, jedoch zog sich über uns eine für australische Verhältnisse milde - für deutsche Verhältnisse orkanartige - Gewitterfront zusammen. Wir beschleunigten also das Schritttempo in der Hoffnung, den Parkplatz noch vor Einsetzen des Sturmes zu erreichen. 
An einer Weggabelung wies uns ein Schild den Weg zum Parplatz über den alten Weg (8km) oder über einen Falls Track an Wasserfällen vorbei (10km). Wir entschieden uns natürlich für den noch unbekannten Falls Track - ein böser Fehler.

Nach 2 Stunden hatten wir den ersten Wasserfall, der auf der Karte ca die Entfernung von der Gabelung hatte wie ein Abschnitt, den wir zuvor in knapp 45 Minuten gelaufen sind, immer noch nicht erreicht. Und wir dachten uns alle zusammen:
"Fuck wir haben uns im Regenwald verirrt"

Der Weg ging an Klippen vorbei, war abgebrochen und ca 30cm breit. Bäume waren daraufgestürzt und man musste auf diesem schmalen Weg an der Klippe entlang das Klettern anfangen. Als wäre es noch nicht genug Spannung jagte uns die Karte auch noch mehrmals durch einen Fluss bzw über Gesteinsbrocken über einen Fluss (natürlich so weit auseinander, dass man springen muss).

Es wurde zunehmend dunkler und der größte Wasserfall , laut Karte 5km vor dem Parkplatz, war immer noch nicht in Sicht. Dann ging es den Berg steil hinauf. Immer steiler und schmaler wurde der Weg - und dann endlich - kurz vor Einbruch der Dunkelheit vernahmen wir aus der Ferne ein Rauschen, das immer lauter wurde. 

"Da isser!!!! DAAAAAA!!!!" Ok nur noch 5 km auf der Karte - maximal 90 Minuten. Denkste!

Jetzt gings den Berg erst so richtig rauf. Die 500 Meter, die wir zuvor nach unten sind, mussten wir schließlich wieder rauf! 
Um knapp 6 Uhr kamen wir dann aufgeregt, durchgeschwitzt und absolut kaputt am Auto an - 5 Minuten später war der Berg in eine Wolke gehüllt und 15 Minuten später begann ein Sturm mit Mischung aus Hagel, Starkregen, fallenden Blättern und Ästen und so starkem Wind, dass man dachte gleich hebt das Auto ab. Wie gut dass wir KEIN Nebellicht hatten, um durch die Wolkensuppe nach unten zu fahren - ihr erinnert euch- an unbefestigten Klippen entlang über einspurige Serpentinen. Was n Spaß!

Ihr glaubt garnicht wie heilfroh wir waren, als wir zuhause ankamen und tot ins Bett fielen.