Dienstag, 28. Januar 2014

Lamington Nationalpark aka "Fuck wir haben uns im Regenwald verlaufen"

Mit unserem Freund Julian, den Dominik noch aus der Schule kennt, ging es in den Lamington Nationalpark, ein bisschen Abenteuer erleben.

Schon die Fahrt dorthin war ein Erlebnis für sich: Einspurige Serpentinen mit Gegenverkehr, keine Sicherheitsplanke an den zig Meter hohen Abhängen und Autos, die zwischen Bäumen in den Klippen hingen, weil sich der Fahrer wohl etwas in der Kurvengeschwindigkeit verschätzt hat (na hoffentlich fahren wir besser!).

Nach einer schweißtreibenden Fahrt hinauf um 7 Uhr morgens beschlossen wir, den Border Track zu laufen. Er verbindet zwei Nationalparks auf einem 48km langen Weg über einen Gebirgskamm. Noch dazu verläuft der Track genau auf der Grenze zwischen New South Wales und Queensland - es hörte sich also extrem spannend an!

Wir gingen also fröhlich und aufgeregt los auf die erste große Wandertour - mit Essensvorräten und viel Getränken in zwei riesigen Rucksäcken. Anscheinend hatte den Track schon lange niemand mehr benutzt denn alle 10 Meter hatte Dominik eine Spinnenwebe im Gesicht (oder vielleicht hatte ihn schon lange niemand mehr benutzt der so groß war?)

Nach 8 Kilometern und nur grob 2 Stunden Laufzeit erreichten wir den ersten Aussichtspunkt und schauten hinab in das Tal, das sich vor uns majestätisch über eine enorme Weite erstreckte. Die Wolken schienen näher zu sein als der Fluss, der sich durch das Lamington Valley schlängelte. Zeit für eine Pause - und für einen Blick auf die Karte, wo wir denn überhaupt sind.

Noch wussten wir die Position auf der Karte - noch.

Aber es ging natürlich weiter auf unserem spannenden Track, der nun mitten durch den Dschungel führte. Die Sträucher wuchsen in den Weg und wir dachten uns "Hätten wir doch eine Machete mitgenommen". 
Während die Blutegel an unseren Beinen hinaufkletterten bahnten wir uns den Weg durch den australischen Busch, der da noch 40km vor uns lag. 

Nach knapp 15 Kilometern wurde uns jedoch klar, dass wir die Tour vor Anbruch der Dunkelheit niemals fertigschaffen, da der Weg immer schwieriger wurde. Wir beschlossen also, umzudrehen.

Noch war alles gut, jedoch zog sich über uns eine für australische Verhältnisse milde - für deutsche Verhältnisse orkanartige - Gewitterfront zusammen. Wir beschleunigten also das Schritttempo in der Hoffnung, den Parkplatz noch vor Einsetzen des Sturmes zu erreichen. 
An einer Weggabelung wies uns ein Schild den Weg zum Parplatz über den alten Weg (8km) oder über einen Falls Track an Wasserfällen vorbei (10km). Wir entschieden uns natürlich für den noch unbekannten Falls Track - ein böser Fehler.

Nach 2 Stunden hatten wir den ersten Wasserfall, der auf der Karte ca die Entfernung von der Gabelung hatte wie ein Abschnitt, den wir zuvor in knapp 45 Minuten gelaufen sind, immer noch nicht erreicht. Und wir dachten uns alle zusammen:
"Fuck wir haben uns im Regenwald verirrt"

Der Weg ging an Klippen vorbei, war abgebrochen und ca 30cm breit. Bäume waren daraufgestürzt und man musste auf diesem schmalen Weg an der Klippe entlang das Klettern anfangen. Als wäre es noch nicht genug Spannung jagte uns die Karte auch noch mehrmals durch einen Fluss bzw über Gesteinsbrocken über einen Fluss (natürlich so weit auseinander, dass man springen muss).

Es wurde zunehmend dunkler und der größte Wasserfall , laut Karte 5km vor dem Parkplatz, war immer noch nicht in Sicht. Dann ging es den Berg steil hinauf. Immer steiler und schmaler wurde der Weg - und dann endlich - kurz vor Einbruch der Dunkelheit vernahmen wir aus der Ferne ein Rauschen, das immer lauter wurde. 

"Da isser!!!! DAAAAAA!!!!" Ok nur noch 5 km auf der Karte - maximal 90 Minuten. Denkste!

Jetzt gings den Berg erst so richtig rauf. Die 500 Meter, die wir zuvor nach unten sind, mussten wir schließlich wieder rauf! 
Um knapp 6 Uhr kamen wir dann aufgeregt, durchgeschwitzt und absolut kaputt am Auto an - 5 Minuten später war der Berg in eine Wolke gehüllt und 15 Minuten später begann ein Sturm mit Mischung aus Hagel, Starkregen, fallenden Blättern und Ästen und so starkem Wind, dass man dachte gleich hebt das Auto ab. Wie gut dass wir KEIN Nebellicht hatten, um durch die Wolkensuppe nach unten zu fahren - ihr erinnert euch- an unbefestigten Klippen entlang über einspurige Serpentinen. Was n Spaß!

Ihr glaubt garnicht wie heilfroh wir waren, als wir zuhause ankamen und tot ins Bett fielen.

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